Wissenschaft gedeiht nur in einem Klima der Freiheit

Rückblick auf die Vortragsveranstaltung mit Dr. Sandra Kostner am 8. April 2021

Angela Merkel rief anlässlich des 60. Geburtstages der sozialen Marktwirtschaft im Jahr 2008 die „Bildungsrepublik Deutschland“ aus. Diese Ausrufung gründete auf der Einsicht, dass ein rohstoffarmes Land wie Deutschland auf die geistige Schaffenskraft seiner Bürger angewiesen ist.Um konkurrenzfähig zu bleiben, braucht Deutschland innovative und kreative Köpfe. Und damit ein Hochschulsystem, in dem sich das innovative und kreative Potenzial von Wissenschaftlern und Studenten bestmöglich entfalten kann.

Anstatt sich zu weiten, wurde jedoch gerade im letzten Jahrzehnt der Entfaltungsspielraum enger – insbesondere in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. Der Grund dafür ist, dass in diesen Fächern immer mehr Wissenschaftler tätig sind, für die nicht das ergebnisoffene Streben nach Erkenntnis im Zentrum steht, sondern die Frage: Wie lassen sich Forschung und Lehre nutzen, um die Gesellschaft nach dem eigenen identitätspolitischen Weltbild zu formen?

Anstatt mit andersdenkenden Wissenschaftlern und Studenten in einen Diskurs einzutreten, versuchen sie, diese moralisch zu diskreditieren, sozial auszugrenzen oder institutionell zu bestrafen. Auf diese Weise erzeugen sie ein Klima der Unfreiheit, das sich negativ auf die Leistungsfähigkeit der Hochschulen auswirkt. Da eine innovative Bildungsrepublik nur in einem Klima der Freiheit gedeihen kann, gilt es Forschung und Lehre vor Einschränkungen des freie Denkens zu schützen.

YouTube-Premiere am 15.04.2021 um 17:00 Uhr

Webseite des Netzwerks Wissenschaftsfreiheit:
www.wissenschaftsfreiheit.de

Der Vortrag zeichnet nach, warum es um das Klima der Freiheit an den Hochschulen nicht zum Besten steht. Er zeigt auf, mit welchen Methoden das Erkenntnisstreben von Wissenschaftlern und Studenten in ein ideologisches Korsett gepresst werden soll. Und er geht der Frage nach, wie sich das in Teilen des Wissenschaftssystems repressive Klima wieder in ein freiheitsfreundliches verändern lässt.

Viele Wissenschaftler sehen diese Gefahren und stehen oft alleine. Mit dem neu gegründeten „Netzwerk Wissenschaftsfreiheit“, deren Sprecherin Dr. Sandra Kostner ist und dem sich aktuell über 400 Wissenschaftler angeschlossen haben, wird diesem Trend entgegengewirkt. Auf der Homepage www.wissenschaftsfreiheit.de  sind weitere Informationen greifbar.

Wenn wir uns den fortschreitenden Einschränkungen der Wissenschaftsfreiheit nicht entgegenstellen, „werden sich die Grundfesten der Gesellschaft sehr negativ verschieben“ so Frau Dr. Kostner. Und sie schließt ganz in diesem Sinne mit einem Zitat (1952) des ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland Theodor Heuss, gespeist aus den schrecklichen Erfahrungen des Nationalsozialismus: „ Die äußerste Freiheit der Vielen lebt von der inneren Freiheit der Einzelnen“. „Wir alle müssen uns diese innere Freiheit nehmen nicht nur für uns selbst, sondern auch um die Freiheit unserer Gemeinschaft sicherzustellen“ so der bedeutende Schlussgedanke dieses brillanten Vortrages zur rechten Zeit und im Rahmen der renommierten FWP-Vorträge.