Energiewende zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Rückblick auf die Vortragsveranstaltung mit Prof. Dr.-Ing. Helmut Alt vom 30.01.2020

Kurze Zusammenfassung des Vortrag von Prof. Dr.-Ing. Helmut Alt zum Thema:
Energiewende zwischen Wunsch und Wirklichkeit.

Ausgehend von der historischen Entwicklung der öffentlichen Stromversorgung um die Jahrhundertwende des 20. Jahrhunderts erläuterte der Vortragende anhand entsprechender Diagramme die technische und wirtschaftliche Entwicklung der Stromerzeugung. Beginnend mit dezentralen Wasserkraftwerken zur Versorgung begrenzter Gebiete über Mittelspannungsnetze mit elektrische Leistungen von einigen zehn MW, bis zur Einbindung großer zentraler Kohle-, Braunkohle-, Gas- und Kernkraftwerke, mit Blockleistungen von über 1000 MW zur zentralen Stromerzeugung mit Einspeisung in das 400 kV-Höchstspannungs-Übertragungsnetz hat sich ein stetiger Wandel vollzogen. Ab den 80er Jahren kamen zunehmend regenerative Wind- Solar- und Biomasse-Stromerzeugungs-anlagen als dezentrale Einspeisungen in die unteren 0,4 und 20 kV-Spannungsebenen hinzu, mit Einzelleistungen von einigen kW bis hin zu einigen MW.

Diese Entwicklung wurde einerseits durch den günstigen Gleichzeitigkeitseffekt infolge der Lastdurchmischung in den verschiedenen Stromkundensegmenten und den niedrigen Grenzkosten der stetigen Stromverbrauchszunahme bis zu rd. 600 TWh Jahresstrombedarf bei rd. 85 GW Jahresspitzenleistung befördert. Die Jahresbenutzungsdauer der Maximalleitung liegt damit bei rd. 7.000 Stunden der 8.760 Jahresstunden.

Anhand der Leistungsganglinien der ¼ Stunden Leistungswerte konnte z.B. bezüglich der unterschiedlichen Stromerzeugungsstruktur zwischen Frankreich (Kernenergiedominant und Deutschland (Kohle- und Kernenergie- sowie „zeitweise“ Windenergiedominant) gezeigt werden, wo die Unterschiede bei der Verwirk-lichung der globalen CO2 Minderungsziele liegen, wenn erhebliche Mengen Kohle- oder Gasstromerzeugung eingesetzt werden.

Es wurde weiter gezeigt, dass die Energiewendeziele einen erheblichen Zuwachs an regenerativer Leistung mit entsprechendem Ausbau der Übertragungs- und Verteilungsnetze erfordern, der nur durch nachhaltig höhere die Stromkosten erwirtschaftet werden kann.

Mit den Leistungsganglinien für den Strombedarf und die Stromerzeugung aus Wind- und Solaranlagen konnte insbesondere bezüglich der Wintermonate gezeigt werden, dass ein weiterer Ausbau dieser Anlagen, über eine verbleibende Residuallast hinaus, immer ineffizienter wird und die Stromerzeugungskosten zunehmend erheblich belasten.

Es sollten daher, die Ziele der Energiewende unter Einbeziehung der zunehmenden Kostenbelastung der Stromerzeugung und -Verteilung realistisch bewertet werden, damit die elektrische Energie sowohl für die Haushalte als auch für die Industrie bezahlbar bleibt.

Die globale Wettbewerbsfähigkeit erfordert auch weiterhin eine sichere Stromversorgung, ohne witterungsabhängige Turbulenzen der Stromhandelspreise an der Strombörse, bis hin zu negativen Preisen in Millionenhöhe, zu Lasten aller Stromverbraucher, sowie eine realistische und ideologiefreie Bewertung, sowohl der technischen als auch der wirtschaftlichen Gegebenheiten, auf solider Basis der Sachkunde.

Helmut Alt

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